Ecovillage Wunschproduktion

Partizipativer Planungsprozess für ein suffizientes Stadtquartier

Wir haben das Urban Ecovillage Hannover bei der Entwicklung eines städtebaulichen Planungsprozesses für ein suffizientes Quartier begleitet.

Geleitet von der Überzeugung, dass ein Bottom-up-Prozess für das Ecovillage selbstverständlich sein muss und inspiriert von dem Prozess der Planbude die für die Neuentwicklung der ehemaligen Esso-Häuser in Hamburg den Begriff der Wunschproduktion neu prägte, erarbeiteten wir einen Prozess der die Teilhabe aller aktiv an der Gestaltung des Ecovillage Beteiligten ermöglicht.

Der Prozess folgte im Wesentlichen drei Grundsätzen:

  • Quartier der Vielen
  • Transparenter Planungsprozess
  • die Identifikation der Menschen mit dem Vorhaben/Prozess

Wunschproduktion

Die Wunschproduktion ermöglichte die Teilhabe aller aktiv an der Gestaltung des Ecovillage Beteiligten. In mehreren Workshops an unterschiedlichen Orten wurde die Möglichkeit gegeben sich mit verschiedenen Werkzeugen mit flächenrelevanten Fragestellungen auseinanderzusetzen, eigene Wünsche zu erarbeiten und diese in auswertbarer Form zur Verfügung zu stellen.

Die Workshops bestanden aus drei Formaten, die jeweils alleine bearbeitet wurden und individuelle, nicht bereits verhandelte Wünsche zum Vorschein brachten. Sie bedienten sich unterschiedlicher Formate (Modell, Collage, Text) und ermöglichten somit je nach Vorliebe und Fähigkeit unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Zugänge. Mithilfe dieser Workshops wurden vielschichtige Informationen mit hoher Dichte gesammelt und zunächst mit ihrer gesamten Diversität archiviert.

Kleckern oder Klotzen

Mithilfe von verschiedenfarbigen Klötzen, Bäumen, Menschen und Zetteln wurde auf einer Unterlage ein Ausschnitt einer möglichen Bebauung erstellt. Durch die Maßstäblichkeit des Modells und den transparenten Bezug zur möglichen Dichte wurde der Bezug von Baudichte und Wirtschaftlichkeit bzw. möglicher Anzahl von Bewohnern deutlich.

Mit Modellmenschen und Bäumen wurde der Außenraum bespielt. Auf Klebezetteln konnten Beschriftungen mit notwendigen Informationen am Modell angebracht werden. Zusätzlich konnten diverse Objekte platziert werden um spezielle, unterschiedliche Funktionen aufzunehmen oder Highlights zu setzen. Es ergab sich ein vielschichtiges Bild eines möglichen Ecovillages. Die Ergebnisse wurden fotografisch dokumentiert und Beschriftungen eingesammelt und archiviert.

Leben kleben

Auf vorgefertigten DIN A4 Blättern mit Überschriften, die einen Bezug zum Außenraum im Ecovillage herstellten, wurden Collagen erstellt. Die Collagen wurden ausgehängt und konnten mithilfe von Klebezetteln kommentiert werden.

Es entstanden Bilder mit hochverdichteten Informationen. Die Bilder wurden inklusive der Kommentare gescannt und online archiviert, im Archiv konnten sie ebenfalls kommentiert werden.

Geschichten schichten

Aus einer Auswahl an Wörtern die einen Bezug zum Außenraum haben wurden 5-7 zufällige Wörter gezogen. Anhand dieser entwickelten die Teilnehmer*innen Texte zum Ecovillage. Die Texte wurden ähnlich wie bei „Leben kleben“ ausgehängt und konnten mithilfe von Klebezetteln oder im Online-Archiv kommentiert werden.

Wunschbuch

Das Wunschbuch besteht aus allen Ergebnissen der Wunschproduktion. Sie wurden zunächst gesammelt und archiviert. Im Anschluss wurden von uns flächenrelevante Kriterien herausgearbeitet und Konfliktfelder aufgezeigt.

Zusätzlich zu den Ergebnissen der Wunschproduktion fliossen in das Wunschbuch die flächenrelevanten Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen des Ecovillage ein.

Das Wunschbuch diente als Grundlage für die Ausschreibung des anschließenden städtebaulichen Wettbewerbs.